Der Lotze-Blog

Blogbuch-Eintrag: 13.08.2018

Auf ein Wort!

Das Leben ist ein tagtägliches Lernen, und dem Wissenden gehört die Welt. Gerade beim Umgang mit Hobby-Sportlern erfährt man jedoch häufig Dinge, die man gar nicht wissen will.

Neulich im Düsseldorfer Rheinbad: Eingangsbereich, Umkleidekabinen. Kaum ist die Tür verschlossen, werden die beiden nächsten Kabinen belegt. Über die geschlossenen Türen eröffnen zwei junge Männer ein lautstarkes Gespräch. Es geht um Rico. Der hat anscheinend eine neue Freundschaft mit einer Frau begonnen, bevor er die bestehende Beziehung zu einem anderen Mädchen beendete. Wild springen die Fragen hin und her: Was soll man Rico raten? Wird er die bestehende Beziehung aufrechterhalten? Sollte er vielleicht doch die neue Flamme in den Wind schießen? Und wie geht man überhaupt gefühlsmäßig in einer solchen Situation vor? Nur die gute Erziehung verhindert, dass der unbeteiligte Badegast ins Gespräch eingreift. Einen brandheißen Tipp hätte er: Die beiden Badewilligen sollen nicht über, sondern mit Rico reden.

Auf dem Rad in Rage reden

Gute Tipps und gute Gespräche gibt es auch beim Radfahren. Selbst Männer, die sonst nur schweigen, beginnen beim Radeln mit dem Erzählen. Und hören manchmal gar nicht mehr auf. So wie der junge Mann, der vor kurzem seinen Mitfahrern lang, breit und ungefragt von einer Wunderbeere erzählte. Das brandneue Nahrungsergänzungsmittel stamme aus Skandinavien, werde als Powerriegel und Getränk angeboten und habe sich in Sportlerkreisen bereits als „Beinbeere“ etabliert – weil der Zucker des Zaubergewächses dem Radler direkt in die Beine geht. Als die Mitfahrer das als Unsinn abtun, redet sich der gute Mann in Rage. In solchen Fällen hilft nur zweierlei: Entweder das eigene Tempo beibehalten und mitdiskutieren. Oder einen Zwischensprint einlegen und damit der Diskussion entgehen.

Wunderbare Wander-Waffeln

Doch es geht auch anders: Beim Wandern tauschte sich kürzlich in Hörweite ein Pärchen intensiv und kenntnisreich über Rezepte für Muffins, Pancakes und andere Leckereien der US-amerikanischen Küche aus. Die Aufzählung kulinarischer Highlights führte zur spontanen Verkürzung der eigenen Tour, die in der heimischen Küche und bei der Produktion köstlicher Muffins endete. Manchmal lohnt es sich doch, beim Sport genauer hinzuhören…!

 

Blogbuch-Eintrag: 17.07.2018

Gute Karten

Manchmal wird digital zur Qual

 

Smartphone-Apps sind was Wunderbares: Der Computer führt mich zu meinem geparkten Auto, weist mich zum besten Kuchenbäcker oder sagt mir, ob ich in der nächsten halben Stunde einen Schirm brauche. Manchmal aber wird digital zur Qual – dann, wenn es um längere Strecken zu Fuß geht.

Beispiel Wandern: Natürlich kann man die geplante Route schon zu Hause aufs Smartphone laden und sich später durch den Wald führen lassen. Doch erstens bricht der Empfang in Unterführungen und unter dichtem Nadelholz gerne mal ab – und schon wandert man, digital entblößt, in die Irre. Und zweitens ist die Darstellung auf dem Display meist so fummelig, dass der Wandersmann im wahrsten Sinne den Weg vor lauter Baumsymbolen nicht findet.

Analoger Wanderführer

Abhilfe schafft hier der gute, alte analoge Wanderführer aus Papier. Der hält meistens eine einigermaßen lesbare und plausible Karte bereit, auf der die wichtigsten Wege deutlich markiert sind. Zudem präsentiert er tolle Tipps und Landmarken, die die Orientierung erleichtern. Dumm nur, wenn das im Text beschriebene „gelb gestrichene Eckhaus“, das den Abzweig zum fast unsichtbaren Nebenweg markiert, kurz nach Erscheinen des Wanderführers grün gestrichen oder gar abgerissen wurde – das war’s dann erstmal mit der Orientierung…

Die Stadt als Globus

Wer die Vorteile analoger Wegführung genießen und zugleich neue Menschen kennenlernen möchte, kommt um die gute Stadtkarte nicht herum. Auch hier haben Smartphone-User das Problem, dass sie auf ihrem Winz-Display entweder die gesamte Stadt angezeigt bekommen – und zwar im Maßstab eines Weltglobus. Oder dass die Straßen so kleinteilig und ohne Anschlüsse gepixelt werden, dass eine Orientierung schlichtweg unmöglich ist.

Den Überblick behalten

Wer hier den Stadtplan ausbreitet, hat nicht nur den Überblick über die nähere und weitere Umgebung. Er wird auch binnen Minuten von ganz vielen wild- und ortsfremden Menschen angesprochen, die am GPS-Tracking verzweifelt sind und einfach nur den richtigen Weg suchen. Voila – hier ist er: bunt gemalt und ordentlich gedruckt auf einem großen, faltbaren Plan!

 

Blogbuch-Eintrag: 30.06.2018

Ich schwitze – also bin ich

Rote Karte für Sport-Stinker

 

Es ist Sommer, es ist heiß, und beim Sport fließt der Schweiß in Strömen. Das ist löblich und meist gut für die Gesundheit – und hat trotzdem Schattenseiten. Denn obwohl Drogeriemärkte und Discounter überquellen vor Deostiften, Deosprays und Duftkristallen, gibt es sie noch immer: die Sport-Stinker.

Gerade bei sommerlichen Laufwettbewerben spielen die Schweißdrüsen mancher Laufkundschaft verrückt. Denn statt erst im Ziel und nach getaner Laufarbeit ordentlich loszumüffeln, verbreiten sie schon bei der Startaufstellung strenge Gerüche. Entweder, weil sie sich aus Furcht vor schlechten Rundenzeiten schon seit Stunden warmgelaufen haben. Oder weil sie beim Sport grundsätzlich auf Hilfsmittel – auch und gerade unter den Achseln – verzichten. So oder so raubt der Gestank den Umstehenden den Atem. Und lässt letztendlich auf Kalkül schließen: Wenn ich schon nicht schnell genug bin, so versetze ich meine Mitläufer schon vor dem Start in eine Art deliziöser Schockstarre. Zudem darf sich der Stinke-Läufer über viel Freiraum im Starterfeld und auf der Strecke freuen – was dem Sinn eines Gemeinschaftslaufes aber diametral entgegen steht… Hier hilft nur eines: Rote Karte für die Sport-Stinker.

Glückshormone im Vollwaschgang

Darüber hinaus gibt es Sportler, die sich am liebsten in den ungewaschenen Shirts der jüngsten Erfolge bewegen. Motto: Mit diesem Hemd war ich beim letzten und vorletzten Mal so superschnell – das ziehe ich direkt wieder an. Eine Wäsche – sei sie von Hand oder maschinell – könnte schließlich die Glückshormone wegspülen, die sich anscheinend im Hemd festgesogen haben. Bei solchen Denkmodellen hilft nur der entschlossene Trab zum nächsten Psychologen – aber bitte ohne das Duft-Shirt.

Bahnen mit Badekappe

Am einfachsten sollten es doch die Schwimmer haben. Die steigen sowieso ins Nass und können direkt ins Becken schwitzen, ohne andere zu stören. Im Wasser gibt es aber eine ganz andere Klientel, die für Duftprobleme sorgt. Das sind häufig jene weiblichen Zeitgenossen jenseits der 60 Jahre, die sich zu Hause erst einmal ausgiebigst parfümieren, um dann unbeirrt ihre bebadekappten Bahnen zu ziehen. Selbst die Dusche vorm Gang ins Nasse spült da nichts ab – meilenweit und unter Wasser strömen einem die entsprechenden Duftwolken (wobei es angesichts des nassen Elements besser Parfümschwärme heißen sollte) entgegen. So oder ähnlich müssen wohl auch Wale kommunizieren – allerdings nur mit Geräuschen und nicht mit Ausdünstungen.

 

Blogbuch-Eintrag: 18.05.2018

Im Namen der Hose

Ein Plädoyer für gute Radbekleidung

 

Die Sonne scheint, die Menschen steigen aufs Fahrrad – höchste Zeit, sich mit dem Thema Radhose zu beschäftigen.

Seit auch die Discounter die radsportliche Betätigung als Einnahmequelle entdeckt haben, gibt es sie mindestens zwei Mal im Jahr: Angebote rund ums Fahrrad. Im Frühjahr gesellen sich zu Luftpumpe, Flickzeug und Beleuchtung neuerdings Radhosen in reicher Auswahl hinzu. Das Problem: Die meisten sehen zwar gut aus, haben aber eine miserable Polsterung. Und da ist es völlig egal, ob die Hose später auf dem Rennrad, E-Bike, Stadtrad oder Trekkingbike benutzt wird: Je länger die Tour, desto scheuernder die Hose. Da wird selbst die schönste Ausfahrt zur schmerzlichen Tortour.

Was tun? Der Tipp, sich entsprechende Rad-Unterhosen gleich mitzukaufen, bringt nicht viel weiter. So scheuern am Ende gleich zwei Mikrofaserstoffe unterm Hintern – nicht sehr angenehm. Radunterhosen sollten, wenn überhaupt, nur unter normalen Hosen und nicht auf langen Strecken getragen werden. Dann bringen sie dank obenliegender Nähte zumindest ein wohliges Gefühl und vermeiden Scheuerstellen.

Mehr Durchsicht

Eine Alternative wäre es, sich echte Radhosen zu besorgen. Echt meint in diesem Fall, dass diese Hosen erstens gut gepolstert sind (und zwar dort, wo es wehtun könnte), zweitens in Varianten für Frauen und Männer erhältlich sind (Unisex hilft auf dem Sattel nicht weiter) und drittens – das ist der einzige Nachteil – recht teuer sind. Um die 100 Euro sollte man für ein solches Exemplar schon anlegen. Dafür hält die Hose in der Regel ewig, man braucht keine zusätzliche Radunterhose und auch lange Touren bleiben ein Vergnügen.

Die Chance, sich bei Versteigerungsportalen preiswerte gebrauchte Radhosen zu besorgen, sollte man sich auf jeden Fall entgehen lassen. Erstens muss man eine Radhose vor dem Kauf zwingend anprobieren. Es sei denn, man kauft seit Jahren dasselbe Modell in derselben Größe – dann geht das auch übers Internet. Und zweitens weiß der Käufer nie, wo und wie die/der Vorbesitzer/in das Exemplar getragen hat. Und wie lange. Vielleicht hat er sich den Allerwertesten damit selbst schon rundgescheuert und hofft durch den Verkauf auf Linderung der Beschwerden. Daher: Finger weg von Gebrauchthosen!

Dann lieber eine neue, gut sitzende Radhose. Übrigens: Weiße Mikrofaserhosen sehen schick aus, haben aber einen entscheidenden Nachteil. Bei Nässe werden sie durchsichtig – auch dort, wo man es so gar nicht gerne sieht…

 

 

Blogbuch-Eintrag: 25.04.2018

Mal ehrlich: Sind Sie ein Sportler?

Der Frühling ist da, die Sonne scheint, und schon tummeln sich allerorten die Hobby-Sportler. Ob Läufer, Radfahrer, Skater oder Walker: Fast scheint’s, als gebe es nur noch Menschen, die nach Feierabend der Lust an der Bewegung frönen. Dieser Test zeigt, ob auch Sie Sportler sind. Oder eben nicht.

Du weißt, dass du nie zum Sportler wirst, wenn…

… du Kraulen nur mit Haustieren, aber niemals in Verbindung mit Schwimmsport bringst.

…du unter Schwebebalken ausschließlich das Handwerkszeug eines Illusionisten verstehst.

…du beim Hammerwerfen an aufgebrachte Verkäufer im Baumarkt denkst.

…du den Begriff Zirkeltraining mit langweiligen Übungen im Geometrie-Unterricht verbindest.

…du bei Abseitsfalle nur an eine abgelegene Fangstelle für Mäuse und andere Nager denkst.

…du unter Hindernislauf nur den Großeinkauf am verkaufsoffenen Sonntag in der City verstehst.

…du mit Tauziehen das frühmorgendliche Abstreifen noch feuchter Wiesen meinst.

…du dir sicher bist, dass Doping der Nachname eines asiatischen Sportministers ist.

…du Polo nur in Verbindung mit einem Kleinwagen aus Wolfsburg in Verbindung bringst.

 

Blogbuch-Eintrag: 27. 03.2018

Jetzt neu: Unser Ratingen-Podcast!

Zwischen Anger und Schwarzbach, zwischen den Autobahnen A3, A52 und A524 und abseits aller Hauptstrecken im Bahnverkehr liegt Ratingen: Die unentdeckte Perle im Dreieck von Ruhrgebiet, Bergischem Land und beginnendem Niederrhein.

Hier gibt es redaktionell eine einzige Tageszeitung, zweieinhalb Wochenblätter, ein Privatradio und seit dem Sendeschluss von center.tv eine riesige mediale Lücke (wobei die einzig nennenswerte Leistung von center.tv mit Blick auf Ratingen die ungekürzte und permanente Wiederholung aller Karnevals- und Schützenumzüge jeweils in voller Länge war. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Diese Lücke schließt unser neuer Ratingen-Podcast.

Ungewöhnliche Sichtweisen, ehrliche Analysen, eigenartige Sichtweisen und leidenschaftlich formulierte Meinungen.

Dazu gnadenlos subjektiv und immer auf der Höhe der Ortszeit Ratingen: Das ist der Ratingen-Podcast.

Die Podcaster: Uli, Markus und ich.

Der Podcast: http://www.ratingen-podcast.de

Hören Sie rein!

 

Blogbuch-Eintrag: 19.02.2018

Whitepaper? Ich seh‘ rot!

Seit langer Zeit ganz vorne im Bullshit-Bingo und fast täglich im Posteingang bei jedem beliebigen Newsletter-Bezieher: das Whitepaper. Ich weiß nicht, wann genau die ersten Whitepapers auftauchten. Und wer auf die Idee kam, kleine Besinnungsaufsätze mit halb wissenschaftlichem Inhalt auf den Namen Whitepaper zu taufen. Ich weiß nur: Sie werden immer mehr. Und sie nerven.

Banal bis dämlich

Als wiss- und lernbegieriger Konsument habe ich schon diverse Whitepaper-Buttons angeklickt. Da erscheint in der Regel erstmal gar nichts – außer der freundlichen Bitte, vor dem Wissenszuwachs einige wichtige persönliche Daten preiszugeben. Zähneknirschend gibt der Bildungshungrige seine Personalien preis. Und kann wenig später ein Whitepaper herunterladen, das je nach Anbieter inhaltlich deutlich variiert: von überraschend spannend über überraschend banal bis hin zu überraschend dämlich.

Der Aufpreis ist heiß

In einigen Fällen ist es mit dem Download aber nicht getan. So rief vor einiger Zeit der Anbieter eines Whitepapers an – ein Kommunikationsdienst, dessen Download an Allgemeinplätzchen nichts zu wünschen ließ. Ich hätte mir, so der Anrufer, das Whitepaper heruntergeladen und noch sicherlich einige Fragen. Die könne er rasch und gegen einen entsprechenden Aufpreis liefern.

Grundlagen des Marketing

Gern hätte ich dem aufdringlichen Menschen am anderen Ende der Leitung ein Whitepaper zum Thema „Die zehn Grundregeln des Telefonmarketings. Regel 1: Erzähl‘ keinen Unsinn“ aufgedrängt. So aber legte ich relativ rasch und mit kurzer Verabschiedungsformel auf. Ohne Erfolg: Gestern rief nach drei Monaten erneut ein Vertreter besagten Kommunikationsdienstes an. Ich hätte da ja ein Whitepaper heruntergeladen und er wollte mal fragen… Die Kommunikation endet dann relativ abrupt – meinerseits.

Schwarze Schafe bei Whitepapers

Leider gehören Whitepaper noch immer zu den gängigen Instrumenten des Marketing. Leider, weil so viele gute Ansätze und lesenswerte Ideen in der Masse schwarzer Whitepaper-Schafe (sic!) untergehen. Schade. Vielleicht sollte man mal zu diesem Thema ein Whitepaper verfassen …

Wolfram Lotze

Lust auf meine Sportglossen? Gibt’s hier: Abseits aller Vernunft