Ich schwitze – also bin ich

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Ich schwitze – also bin ich

Rote Karte für Sport-Stinker

Es ist Sommer, es ist heiß, und beim Sport fließt der Schweiß in Strömen. Das ist löblich und meist gut für die Gesundheit – und hat trotzdem Schattenseiten. Denn obwohl Drogeriemärkte und Discounter überquellen vor Deostiften, Deosprays und Duftkristallen, gibt es sie noch immer: die Sport-Stinker.

Gerade bei sommerlichen Laufwettbewerben spielen die Schweißdrüsen mancher Laufkundschaft verrückt. Denn statt erst im Ziel und nach getaner Laufarbeit ordentlich loszumüffeln, verbreiten sie schon bei der Startaufstellung strenge Gerüche. Entweder, weil sie sich aus Furcht vor schlechten Rundenzeiten schon seit Stunden warmgelaufen haben. Oder weil sie beim Sport grundsätzlich auf Hilfsmittel – auch und gerade unter den Achseln – verzichten. So oder so raubt der Gestank den Umstehenden den Atem. Und lässt letztendlich auf Kalkül schließen: Wenn ich schon nicht schnell genug bin, so versetze ich meine Mitläufer schon vor dem Start in eine Art deliziöser Schockstarre. Zudem darf sich der Stinke-Läufer über viel Freiraum im Starterfeld und auf der Strecke freuen – was dem Sinn eines Gemeinschaftslaufes aber diametral entgegen steht… Hier hilft nur eines: Rote Karte für die Sport-Stinker.

Glückshormone im Vollwaschgang

Darüber hinaus gibt es Sportler, die sich am liebsten in den ungewaschenen Shirts der jüngsten Erfolge bewegen. Motto: Mit diesem Hemd war ich beim letzten und vorletzten Mal so superschnell – das ziehe ich direkt wieder an. Eine Wäsche – sei sie von Hand oder maschinell – könnte schließlich die Glückshormone wegspülen, die sich anscheinend im Hemd festgesogen haben. Bei solchen Denkmodellen hilft nur der entschlossene Trab zum nächsten Psychologen – aber bitte ohne das Duft-Shirt.

Bahnen mit Badekappe

Am einfachsten sollten es doch die Schwimmer haben. Die steigen sowieso ins Nass und können direkt ins Becken schwitzen, ohne andere zu stören. Im Wasser gibt es aber eine ganz andere Klientel, die für Duftprobleme sorgt. Das sind häufig jene weiblichen Zeitgenossen jenseits der 60 Jahre, die sich zu Hause erst einmal ausgiebigst parfümieren, um dann unbeirrt ihre bebadekappten Bahnen zu ziehen. Selbst die Dusche vorm Gang ins Nasse spült da nichts ab – meilenweit und unter Wasser strömen einem die entsprechenden Duftwolken (wobei es angesichts des nassen Elements besser Parfümschwärme heißen sollte) entgegen. So oder ähnlich müssen wohl auch Wale kommunizieren – allerdings nur mit Geräuschen und nicht mit Ausdünstungen.

Von |2018-10-16T14:39:14+00:00Juni 30th, 2018|